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Abnutzung von Fliesen in ungeheizten und ungeschützten Bereichen

October 7, 2015

In einem unserer letzten Artikel war bereits die Rede von den Schwierigkeiten bei der Verlegung von Fliesen im Außenbereich, die vielen Hausbesitzern oft gar nicht bewusst sind. Bei plötzlich auftretenden Schäden ist der Ärger dann oft groß - sie können aber trotz fachgerechter Verlegung und hochwertigen Fliesen gelegentlich auftreten. 

 

Was viele darüber hinaus ebenfalls nicht wissen: Fliesen in ungeheizten und ungeschützten Bereichen unterliegen generell einer weit höheren umweltbedingten schädigenden Einflüssen als Fliesen im Innenbereich. Welche das sind, und wie sie sich auswirken, haben wir hier für Sie einmal kurz zusammengefasst. 

 

Verseifung des Fliesenklebers
Schäden und Abnutzung treten nicht nur bei den Fliesen, sondern auch beim Fliesenkleber auf. Das ist den wenigsten bekannt. Nach etwa fünf bis zehn Jahren treten aber bei den meisten Fliesenklebern unweigerlich Schäden auf, sie können "verseifen". 

Der Grund dafür liegt in ständigen Durchfeuchtungs- und Trocknungsprozessen, die durch die ständigen Temperaturwechsel in ungeheizten oder außen liegenden Bereichen auftreten. Die Bildung von sogenanntem "Schwitzwasser" kann nie hundertprozentig vermieden werden - sie ist ein natürlicher, physikalischer Vorgang. 

Mit der Zeit verändert sich der Fliesenkleber aber durch das ständige feucht und wieder trocken werden in seiner Beschaffenheit und Konsistenz. Die im Fliesenkleber enthaltenen Kunststoffe werden im Lauf der Zeit langsam herausgelöst und bewegen sich durch den Fliesenkleber zur Oberseite der Kleberschicht, bis an die Unterseite der Fliese. 

Dadurch verliert der Kleber langsam seine Haftkraft. Gerade bei im Außenbereich verlegten Feinsteinzeug löst sich dann die Fliese langsam vom Kleberbett, wodurch die Fugen reißen können, und mit der Zeit immer mehr Wasser eindringt, und den Kleber weiter schädigt. 

Bei zweikomponentigen "winterfesten" Flexklebern tritt das Phänomen nur sehr gering oder erst sehr viel später auf, wenn sie statt mit Wasser mit Flüssigkunststoff-Emulsionen angemischt werden, kann man das spätere Verseifen des Klebers fast vollständig verhindern. Das wird aber nicht immer gemacht. 


Schäden an den Fugen
Keramische Materialien sind relativ stabil gegenüber Temperaturveränderungen - aber eben nur relativ. Das Gleiche gilt für viele Untergründe, auch für Beton. Dadurch ensteht eine hohe Belastung für Fugen in Bereichen, die starken Temperaturwechseln ausgesetzt sind. Dazu kommt noch die Belastung durch Niederschläge in Außenbereichen, die teilweise aggressive Substanzen enthalten können. 

Selbst wenn in ausreichendem Maß Dehnfugen eingebaut werden, ist die Belastung für die festen Fugen immer noch sehr hoch. Bei den immer größer werdenden Fliesenformaten im Außenbereich verstärkt sich dieses Problem noch. 

Den Bewegungen des Untergrunds kann man in der Regel mit Entkopplungsmatten begegnen - dadurch wird vermieden, dass sich auch noch die Untergrund-Bewegungen zusätzlich auf den Fliesenspiegel übertragen. In vielen Fällen wird aber leider auf diese (sehr sinnvolle) Maßnahme aus Kosten- oder Sparsamkeitsgründen verzichtet. 

Der Einsatz eines sehr flexiblen und dabei gleichzeitig hoch resistenten und stabilen Fugenmaterials hilft, Fugenprobleme so weit wie möglich hinauszuschieben. Das ist wichtig, da durch beschädigte Fugen immer Wasser eintreten kann, und dabei den gesamten Fliesenspiegel schädigen kann. 


Verfärbungen 
In seltenen Fällen können durch chemische Reaktionen im Untergrund auch Verfärbungen auf der Oberfläche auftreten. Das gilt vor allem bei Cotto-Fliesen, allerdings auch bei poliertem Feinsteinzeug, wenn es nicht mit einer Fleckschutzbehandlung versehen ist. Üblicherweise erfolgt eine solche Behandlung schon vor dem Verfugen der Fliesen. In seltenen Fällen können diese Verfärbungen auch bei den Fugen auftreten. 

Praktikable Lösungen zum Verringern der Abnutzungsschäden
Die Verwendung von zementfreien Untergrundsystemen ist die wirksamste Schutzmaßnahme gegen solche Verfärbungen. Drainestriche können heute bereits aus Quarzkies und Epoxidharz völilg zementfrei hergestellt werden. Dasselbe gilt auch für Kleber und Fugenmörtel. Auch hier wird bei der zementfreien Version Quarzsand mit besonderen Reaktionsharzen gemischt. Ein weiterer Vorteil ist dabei, dass solche Systeme auch kaum mehr ein Verseifungsrisiko aufweisen und Fugenschäden seltener sind. 


Tipp: Beraten Sie sich in jedem Fall ausführlich mit Ihrem Fliesenleger im Vorfeld. Es gibt heute bereits zahlreiche Systeme (etwa Terrassone), die optimal an die Belastungen im Außenbereich angepasst wurden, auch lose Verlegung von Keramikelementen ist heute manchmal möglich, und bietet ebenfalls Vorteile. So kann die Abnutzung unter Umständen sehr lange hinausgeschoben werden.

 

Ihr fliesen.at Team

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