Fliesen und Fugen

Beim Verlegen von Fliesen sind auch die Fugen ein äusserst wichtiges Element. Sie entscheiden über die optische Wirkung des Fliesenspiegels, daneben gilt es auch technisch einige grundlegende Dinge bei Fugen zu beachten. Was Sie über Fugen und Fugengestaltung unbedingt wissen sollten, haben wir hier für Sie zusammengestellt.


Inhaltsverzeichnis

1. Fugenbreite und Optik

2. Normbreiten

3. Besondere Fugen

4. Elastische Fugen (Flexfugen)

5. Imprägnierte Fugen

6. Wichtige Tipps beim Selbstverlegen von Fliesen

1. Fugenbreite und Optik

Grundsätzlich gilt: Je schmaler die Fuge, desto edler die Optik. Der Fliesenspiegel erhält eine glattere, mehr durchgehende Optik, weil die Fugen in den Hintergrund treten.

Umgekehrt kann es bei einzelnen Fliesentypen oder Formaten aber auch angezeigt sein, die Fliesenfugen breiter anzulegen, um eine rustikalere Wirkung des Fliesenspiegels zu erzielen. Im Einzelfall sollte man deshalb die Fugenbreite immer auf die jeweilige Fliesenart, das Fliesenformat und die Verlegeweise abstimmen. Danach kann man sich über die optische Wirkung der Fugenbreite Gedanken machen.

2. Normbreiten

Für die meisten Fliesentypen und -formate gibt es übliche Normbreiten. Die wichtigsten haben wir hier aufgeführt:

  • ​bei keramischen Fliesen bis 10 cm Kantenbreite sollte die Fliesenfuge 1 - 3 mm breit sein, auch Mosaike bewegen sich in diesem Rahmen

  • liegt die Breite der Fliese über 10 cm, kann sich die Fugenbreite zwischen 2 mm und 8 mm bewegen

  • bei stranggepressten Fliesen liegt die Fugenbreite generell höher, zwischen 4 und 10 mm

  • ab 30 cm Kantenlänge sollten mindestens 10 mm breite Fugen angelegt werden

  • Bodenklinker haben in der Regel die höchsten Fugenbreiten, meist zwischen 8 und 15 mm



3. Besondere Fugen

Fugen können (und müssen in manchen Fällen) unterschiedlich ausgeführt sein. Das hat technische Gründe. Besteht im Gebäudeteil eine Trennfuge, dann muss diese Fuge als Bewegungsfuge im Fliesenspiegel in der gleichen Breite und exakt an dieser Stelle fortgeführt werden.


Auch Randfugen und Übergänge zwischen Belägen und anderen Bauteilen müssen immer als Bewegungsfugen ausgeführt werden. Sie sind in der Lage, Bewegungen aufzunehmen und auszugleichen. Innerhalb des Fliesenspiegels gibt es aber auch sogenannte Feldbegrenzungsfugen. Das ist immer dort notwendig, wo der Fliesenbelag eine größere Fläche bedeckt. Die Fläche für den Fliesenspiegel wird dann in sogenannte Fliesenfelder eingeteilt, zwischen denen bewegliche Fugen eingebaut werden. Auch zwischen zwei durchgehend gefliesten Räumen muss unter dem Türblatt immer eine Bewegungsfuge (Dehnungsfuge) eingebaut werden. Für alle Bewegungsfugen ist spezielles Fugenmaterial nötig, das elastisch ist und damit Bewegungen ausgleichen kann.

4. Elastische Fugen (Flexfugen)

Bei bestimmten Untergründen müssen alle Fugen elastisch ausgeführt werden. Das ist beispielsweise der Fall bei Gipskartonplatten, die sich verformen können, aber auch bei Spanplatten, die sich bei Änderungen der Temperatur ausdehnen oder zusammenziehen. Auch im Außenbereich auf Balkonen oder Terrassen, wo starke Temperaturänderungen auftreten können, sind Flexfugen angezeigt.


Das Fugenmaterial ist hier hoch elastisch, dabei aber auch wasserfest und vor allem frostsicher. Weil die Fugenmasse in diesem Fall ein Eindringen von Wasser verhindert, können die Fliesen und die Fugen nicht auffrieren und aufplatzen.

5. Imprägnierte Fugen

Um die Fuge besser zu schützen kann sie imprägniert werden. Alternativ können auch besondere Fugenmassen eingesetzt werden, um die Haltbarkeit und die Widerstandsfähigkeit der Fuge zu erhöhen (hochfeste Zementfugen), oder das Abbinden zu beschleunigen (Schnellfuge).

6. Wichtige Tipps beim Selbstverlegen von Fliesen


  • Achten Sie immer darauf, dass die Fuge gleichmäßig tief und frei von Fliesenkleberresten ist.

  • Verfugen Sie immer erst, wenn der Fliesenkleber ausgehärtet ist.

  • Achten Sie bei der Auswahl der Fugenmasse auch auf die erforderliche Diffusionsoffenheit des Bauteils (Epoxidharzfugen sind diffusionsdicht!).

  • Beraten Sie sich im Zweifelsfall mit einem Fliesenleger oder einem Fachhändler.


Ihr fliesen.at Team

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